Chinesische Medizin
Sabine Sohnius

Tipps zum Winter

Die grundlegende Philosophie Chinas ist die Philosophie von Yin und Yang, wobei Yin als die Schattenseite eines Berges und Yang als die Sonnenseite eines Berges zu verstehen sind. Und so wie die Sonne im Tagesverlauf wandert, so wandelt sich die beschattete Seite in die von der Sonne beschienene Seite des Berges und umgekehrt. Die Philosophie von Yin und Yang ist eine Philosophie der Wandlung, so wie wir es auch bei der Wandlung der Jahreszeiten in der Natur beobachten können. Der Sommer ist die Zeit des großen Yang, die Tage sind am längsten, die Sonne scheint am längsten. Wir können lange aufbleiben und trotzdem morgens früh aufstehen (wie die Sonne).

Der Winter ist die Zeit des großen Yin, er dient der Speicherung und Bewahrung. Das Wasser gefriert und der Schnee fällt. Jetzt soll man früh zu Bett gehen und spät aufstehen, so wie auch die Sonne erst spät aufgeht. Man soll die Kälte meiden, sich warm halten und Schwitzen vermeiden, um keine Energie zu verlieren. Verhält man sich nicht entsprechend, so schadet man den Nieren und im nächsten Frühjahr fehlt dem Körper die Fähigkeit sich zu öffnen und zu bewegen und es kommt zu Problemen in Knochen und Sehnen.

Eine gute Übung um die Kraft der Nieren zu stärken ist folgende Selbstmassage:

Durchführung im Stehen oder Sitzen auf einem Stuhl:

  • Hände übereinander auf den Unterbauch legen, während der gesamten Übung ruhig durch die Nase ein- und ausatmen
  • Hände gürtelförmig bis zum unteren Rücken bewegen bis die Handflächen auf der Nierengegend ruhen
  • Den beidseitigen Akupunkturpunkt Shenshu auf Höhe des 2. Lendenwirbelkörpers mit dem Handballen kreisförmig jeweils 24 x im und gegen den Uhrzeigersinn massieren
  • Hände abschließend gürtelförmig vor den Unterbauch führen

Täglich angewendet hilft die Übung bei Schmerzen im Lendenbereich, Schwächegefühlen und Wasseransammlung in den Beinen, eignet sich aber grundsätzlich auch zur Erhaltung der Gesundheit und Vitalität.

Um uns im Winter schön warm zu halten, ist deftiges Essen gut geeignet, besonders Eintöpfe und dicke Suppen sind jetzt eine Wohltat für den Körper. Auch über mehrere Stunden im Backofen geschmorte Gerichte, wie beispielsweise Rinderschmortopf, wirken erwärmend und stärkend im Winter. Ein Rezeptbeispiel für ein gutes Frühstück in der kalten Jahreszeit:

Lamm und Hirse Congee
Zutaten:

  • 100 g mageres Lammfleisch
  • 100 g Hirse
  • 12 g frischer Ingwer, geschält
  • 3 Schalotten oder Lauch
  • schwarzer Pfeffer und Salz

Zubereitung:

  • Lamm säubern und in dünne Streifen schneiden
  • Zusammen mit der Hirse in 4-5 Tassen Wasser zum Kochen bringen
  • Kleingeschnittenen Ingwer und Schalotten/Lauch zugeben und weiterkochen bis eine cremige Suppe entsteht
  • Mit Salz und Pfeffer abschmecken

Dieses Congee stärkt das Qi (Lebensenergie), nährt das Blut und wärmt die Mitte.

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20.12.2017 / Aktuelle Information / Tipps zum Winter / Naturheilpraxis / Sabine Sohnius / Heilpraktikerin / Hilden